Smart Parking [halb-automatische Einpark-Hilfe]

Rückswärts Einparken - (c) Honda, Japan Rückwärts Einparken - (c) The Sunday Mail Queensland, Australien

Rückwärts Einparken ist nicht nur für Frauen am Steuer oftmals ein Problem: Zuviele, zum Teil sich in Bruchteilen von Sekunden ändernde Bedingungen sind situationsabhängig gleichzeitig zu beachten. Andererseits existieren inzwischen aufgrund der fortschreitenden Elektronisierung der Automobil-Technik zahlreiche Systeme, die den Fahrer bei diesem Problem unterstützend helfen.

Wer z. B. nicht auf den bewährten alten Autoreifen an der Garagenwand zurückgreifen möchte, der bastelt sich mit wenig Aufwand einen Ultraschall-Abstandswarner oder baut eine fertige Ultraschall-Garagen-Parkhilfe mit Ampelregelung in seiner Garage ein.

Auch auf die alt-bewährten, als Zubehör erhältlichen (z. B. beim VW Käfer) oder serienmäßig eingebauten (z. B. beim Mercedes-Benz W140) Peilstäbe für vor allem nach hinten unübersichtliche Fahrzeuge wie Busse, Lkw und durchgestylte Pkw kann inzwischen verzichtet werden, denn ab Werk (z. B. beim Cadillac Seville) oder nachträglich können diese Fahrzeuge mit Abstands- bzw. Rückfahrwarnern ausgerüstet werden. Diese Systeme basieren entweder auf Ultraschallsensoren, die in ausreichender Anzahl vorzugsweise in den Stoßfängern angebracht werden und im Bereich von bis zu 2 m vor bzw. hinter dem Fahrzeug Hindernisse "erkennen". Dabei werden feste Hindernisse wie Beton, Stahl u. ä. leichter "erkannt" als Büsche, Plastik oder auch Menschen und Tiere. Gewarnt wird mit Hilfe akustischer Signale, LED-Anzeigen und/oder Displays mit Abstandsangaben. Oder Kameras überwachen den Rückraum des Fahrzeugs, deren Bild auf einen Monitor beim Fahrer übertragen wird. Bei diesem System können mehr als 10 m mit Sehwinkeln von bis zu 110° betrachtet werden.

Die Entwicklung einer ersten mathematischen Lösung des Problems des Einparkens parallel zur Fahrtrichtung nährte die Hoffnung von (unsicheren) Autofahrern, der Automobil-Industrie und Auto-Versicherern auf ein voll-automatisches Einpark-Hilfesystem. Allerdings befindet sich trotz aller Anstrengungen noch kein solches System auf dem Markt, da die Technik einerseits (noch) nicht zuverlässig genug ist und andererseits so teuer wäre, daß allenfalls Luxuswagen damit ausgestattet würden, für die ohnehin das Parkproblem nicht exisitiert, weil entweder genug Parkraum vorhanden ist oder das Problem an den Chauffeur delegiert wurde.

Die Schwierigkeiten beim Einparken beginnen - unabhängig von der Art des Parkens (rechtwinkelig bzw. schräg oder parallel zur Fahrtrichtung) - damit, daß bereits beim Entdecken einer möglichen Parklücke entschieden werden muß, ob fehlerfrei eingeparkt werden kann oder nicht. Deshalb funktioniert z. B. das PDC-System von BMW für das Parken parallel zur Straße nur dann, wenn die Ultraschallsensoren des Systems im Vorbeifahren die Länge der Lücke messen konnten. Einflüsse der Fahrbahnoberfläche (z. B. Schotter, Sand, Asphalt wegen des unterschiedlichen Reibungswiderstands beim Drehen der Reifen), der Witterung (z. B. vereist oder trocken), des Gefälles (wegen der Verstärkung oder Behinderung des Rollens) usw. müßten dabei mit berücksichtigt werden, wenn die kleinste mögliche Parklücke genutzt werden soll - und nur das kann das (End-) Ziel der Entwicklung eines voll-automatischen Einpark-Hilfesystems sein.

Hondas Smart Parking Assist System, das erstmals im Life aus dem Jahre 2006 verfügbar war, überläßt es deshalb der Fahrerin, die mögliche Parklücke auszuwählen. Kostengesichtspunkte beschränken die weitere Unterstützung des Parkvorgangs lediglich auf das Ansteuern des Startpunktes für das rückwärtige Einparken und das akustische Anweisen, wann und wie Lenkrad und Bremsen zu betätigen sind. Würde das rückwärtige Einparken ebenfalls automatisch vorgenommen, dann müßte gemäß der damals geltenden japanischen Gesetzgebung ein teuerer Überwachungsmonitor eingebaut sein, was das System für ein Kei Car viel zu teuer gemacht haben würde.

Voraussetzungen für die Nutzung des Smart Parking Assist System beim Honda Life sind, daß das Fahrzeug

Schräge oder in Kurven befindliche Parklücken können mit Hilfe dieses Systems nicht angesteuert werden.

Das im Honda Life eingesetzte Smart Parking Assist System besteht aus
  • je einer Peil-Markierung, die auf der Innenverkleidung der beiden vorderen Türen angebracht ist,
Peil-Markierung an der Fahrertür im Honda Life - (c) tech-on
  • einem Schalter für die Auswahl der Art des gewünschten Parkvorgangs und das Auslösen des Systems
Schalter des Smart Parking Assist System im Honda Life - (c) tech-on
  • und der zugehörigen Elektronik.

Der Ablauf eines Parkvorgangs mit Hilfe des Smart Parking Assist System im Honda Life erfolgt in sechs Schritten, die selbstverständlich im Einzelfall in Abhängigkeit von der Art des Einparkens unterschiedliche Handlungen verlangen.

Rückwärts Einparken in eine rechtwinkelig zur Fahrtrichtung befindliche Parklücke

Schema Schritte des rechtwinkeligen Einparkens - (c) Honda, Japan

1 Die Fahrerin fährt vorwärts im Abstand von etwa 80 cm von bereits parkenden Fahrzeugen parallel zur Fahrtrichtung soweit vor, bis die Markierung an der Innenverkleidung der entsprechenden Fronttür sich in einer Fluchtlinie mit der Markierung des Parkplatzes auf der Straße befindet. Sie bleibt an dieser Stelle stehen, wählt am Bedienungsschalter die entsprechende Art des Einparkens und löst das System durch Drücken der Taste "START" aus.

Keinesfalls darf das Fahrzeug schräg zur Fahrtrichtung oder in einem zu geringen oder zu weitem Abstand von bereits parkenden Fahrzeugen stehen, wenn das System gestartet wird, weil es sonst bereits bei Ausführung des zweiten Schrittes oder bei genauestem Befolgen der Anweisungen im vierten Schritt zu Kollisionen kommen kann.

Schritt 1 des rechwinkeligen Einparkens - (c) Honda, Japan
2 Die Fahrerin löst die Bremse und läßt das Lenkrad los. Das Fahrzeug bewegt sich - wie das nach dem Lösen der Bremse bei einem Auto mit Automatik-Getriebe üblich ist - langsam vorwärts und das Smart Parking Assist System lenkt automatisch in die Richtung, die später ein einfaches Rückwärtsfahren ermöglicht.
3 Auf Anweisung des Smart Parking Assist System stoppt die Fahrerin das Fahrzeug und legt den Rückwärtsgang ein.
4 Auf Anweisung des Smart Parking Assist System löst die Fahrerin die Bremse und schlägt das Lenkrad gemäß Anweisung des Smart Parking Assist System ein. Das Fahrzeug bewegt sich - wie das nach dem Lösen der Bremse bei einem Auto mit Automatik-Getriebe üblich ist - langsam rückwärts.
5 Auf Anweisung des Smart Parking Assist System stoppt die Fahrerin das Fahrzeug und schlägt das Lenkrad gemäß Anweisung des Smart Parking Assist System in Geradeaus-Richtung ein.
6 Auf Anweisung des Smart Parking Assist System löst die Fahrerin die Bremse. Das Fahrzeug bewegt sich - wie das nach dem Lösen der Bremse bei einem Auto mit Automatik-Getriebe üblich ist - langsam rückwärts. Mit Erreichen der gewünschten Parkposition stoppt die Fahrerin das Fahrzeug.

Bei rechtwinkligem Einparken entsteht folgender Platzbedarf:

Rückwärts Einparken in eine parallel zur Fahrtrichtung befindliche Parklücke

Schema Schritte des parallelen Einparkens - (c) Honda, Japan

1 Die Fahrerin fährt auf der linken Straßenseite vorwärts im Abstand von etwa 80 cm von bereits parkenden Fahrzeugen parallel zur Fahrtrichtung soweit vor, bis die Markierung an der Innenverkleidung der entsprechenden Fronttür sich in einer Fluchtlinie mit der Front des hinter der freien Parklücke stehenden Fahrzeugs befindet. Sie bleibt an dieser Stelle stehen, wählt am Bedienungsschalter die entsprechende Art des Einparkens und löst das System durch Drücken der Taste "START" aus.

Keinesfalls darf das Fahrzeug schräg zur Fahrtrichtung oder in einem zu geringen oder zu weitem Abstand von bereits parkenden Fahrzeugen stehen, wenn das System gestartet wird, weil es sonst bereits bei Ausführung des zweiten Schrittes oder bei genauestem Befolgen der Anweisungen im vierten und sechsten Schritt zu Kollisionen kommen kann.

Schritt 1 des parallelen Einparkens - (c) Honda, Japan
2 Die Fahrerin löst die Bremse und läßt das Lenkrad los. Das Fahrzeug bewegt sich - wie das nach dem Lösen der Bremse bei einem Auto mit Automatik-Getriebe üblich ist - langsam vorwärts und das Smart Parking Assist System lenkt automatisch in die Richtung, die später ein einfaches Rückwärtsfahren ermöglicht.
3 Auf Anweisung des Smart Parking Assist System stoppt die Fahrerin das Fahrzeug und legt den Rückwärtsgang ein.
4 Auf Anweisung des Smart Parking Assist System löst die Fahrerin die Bremse und schlägt das Lenkrad gemäß Anweisung des Smart Parking Assist System nach links ein. Das Fahrzeug bewegt sich - wie das nach dem Lösen der Bremse bei einem Auto mit Automatik-Getriebe üblich ist - langsam rückwärts in einer Linkskurve.
5 Auf Anweisung des Smart Parking Assist System stoppt die Fahrerin das Fahrzeug und schlägt das Lenkrad gemäß Anweisung des Smart Parking Assist System nach rechts ein.
6 Auf Anweisung des Smart Parking Assist System löst die Fahrerin die Bremse. Das Fahrzeug bewegt sich - wie das nach dem Lösen der Bremse bei einem Auto mit Automatik-Getriebe üblich ist - langsam rückwärts in einer Rechtskurve. Mit Erreichen der gewünschten Parkposition stoppt die Fahrerin das Fahrzeug.

Bei parallelem Einparken entsteht folgender Platzbedarf: