Luft oder Wasser ?
Soichiro Hondas Gedanken an den luftgekühlten Motor

In den Lebenserinnerungen von Soichiro Honda liest sich das im Rückblick auf die Erfolge in den Formel 1- und Formel 2-Rennen so:

"Ein alter Gedanke ging mir schon lange durch den Kopf. Ich dachte, daß es möglich sein müßte, vom wassergekühlten zum luftgekühltem Motor überzugehen, der ohne Vergrößerung des Hubraums erheblich beschleunigt. Ich hatte Kume [Tadashi Kume, Chef-Ingenieur der Motoren-Entwicklung] beauftragt, ab 1966 Pläne für einen luftgekühlten Motor vorzubereiten. Aber in unserem Forschungszentrum waren fast alle Ingenieure gegen diesen revolutionären Plan und bevorzugten den wassergekühlten Motor, der weniger Lärm und geringere Vibrationen erzeugte. Ihr Hauptargument war, daß der gewohnte Motor in einer Zeit, in der das Publikum höhere Ansprüche an Komfort stellte, die Heizung des Wagens erleichterte. Ich war eigensinnig und ließ mich in meiner Überzeugung nicht im geringsten erschüttern. Die Ingenieure waren wohl gezwungen, sich meinen Wünschen anzupassen, aber sie waren nicht begeistert. Im Gegenteil ! Zum ersten Mal war ich bei ihnen auf einen solchen Widerstand gestoßen. Diese Auseinandersetzung dauerte mehrere Jahre."
(aus: Soichiro Honda: Honda über Honda, aus dem Französischen übersetzt von Joachim Nehring, Seewald-Verlag Stuttgart 1980, S. 167 f.)