Drive-by-wire [Fahrzeugsteuerung ohne mechanische Kraft- und Signalübertragung]

Mit dem Einzug der Elektronik in den Automobilbau erreichte die Entwicklung von Systemen zur Verbesserung der aktiven Sicherheit eine neue Qualität.

Eines dieser Systeme wird in Analogie zur Luft- und Raumfahrtindustrie, die ähnliche Systeme zuerst zur Serienreife entwickelte, Drive-by-wire (auf deutsch "Fahren mit dem Kabel") genannt. Dabei wird die mechanische Steuerung etwa der Lenkung durch eine elektronische Steuerung ersetzt (X-by-wire).

Beim Beispiel Lenkung bedeutet das, daß die Bewegungen des Lenkrades (oder eines anderen Lenk-Instruments, etwa des Side-Sticks) nicht mehr mechanisch über die Lenksäule und das Lenkgetriebe zu den gelenkten Rädern übertragen werden, sondern daß Sensoren diese Bewegungen erfassen, in ein digitales Signal umwandeln, das an eine elektromechanische Stelleinheit übertragen wird, die dafür sorgt, daß die gelenkten Räder in der vom Fahrer gewünschten Weise und Richtung bewegt werden, wobei zwischengeschaltete Sicherheitssysteme wie TCS und VSA durchaus Einfluß auf den Einschlagwinkel nehmen können.

Das gleiche Prinzip läßt sich auch auf das Gas-Geben und das Bremsen anwenden.

Honda führte Elemente des Drive-by-wire-Konzepts, in diesem Fall das Throttle-by-wire, erstmals 1995 beim NSX in ein Serienmodell ein. Die Bewegung der Drosselklappen übernahm nicht mehr der sonst übliche Bowdenzug, der vom Gaspedal direkt betätigt wurde, sondern ein Stellmotor, der seine Befehle vom PGM-FI-Steuergerät (ECU) erhält. Sensoren ermitteln die Bewegung des Gaspedals und senden diese Informationen an die ECU. Zusammen mit Informationen der Traktionskontrolle (TCS) und des Tempomats werden daraus die Befehle für den Stellmotor generiert.

Drosselklappenteil Honda NSX 1995 - (c) Honda, Deutschland
Drosselklappenteil mit Stellmotor des NSX von 1995