Air Belt [Insassen-Rückhaltesystem]

Zusammen mit der Takata Coperation, Tokyo, entwickelte Honda in der zweiten Hälfte der 90er Jahre des 21. Jahrhunderts ein alternatives Insassen-Rückhaltesystem namens Air Belt, das erstmals im Prototyp J-VX präsentiert wurde. Sein Name ist - wie das Produkt selbst - eine Kombination aus den Namen zweier anderer Insassen-Rückhaltesysteme, des Sicherheitsgurts (englisch "seat belt") und des Airbags.

Air Belts im Honda J-VX - (c) Honda, Schweiz Air Belt - (c) Honda, Japan

Der Sicherheitsgurt ist keine neue Erfindung in der Automobil-Technik. Seine lebensrettende Wirkung ist unbestritten, aber er besitzt einen gewichtigen Nachteil: Der Passagier muß aktiv werden, um ihn nutzen zu können; er muß ihn anlegen. Deshalb wurde intensiv über Systeme nachgedacht, die den Passagier zwingen, den Sicherheitsgurt anzulegen. Aus technischer Sicht ist dieses Problem zwischenzeitlich gelöst worden.

Im Zuge des Nachdenkens über die Verbesserung des Sicherheitsgurts entstand wohl die Idee, das Wirksam-werden des Insassen-Rückhaltesystems vom (wahrscheinlichen) Eintritt des Aufpralls des Fahrzeugs auf ein Hindernis abhängig zu machen. So entstand der Airbag. Allerdings entpuppte sich die Größe, das Gewicht und die Sitzposition des jeweiligen Passagiers als Problem für die Wirksamkeit des Airbags. Vor allem Kinder und kleine Erwachsene wurden aufgrund der ursprünglichen Technik verletzt oder sogar getötet, weil die Wirkung des Airbags auf einen durchschnittlichen Passagier zugeschnitten war. Mit Hilfe aufwendiger Sensorik konnte dieses Problem in der Zwischenzeit gelöst werden.

Der Air Belt kombiniert beide Systeme und ersetzt sie dadurch. Er besteht - ähnlich einer aufblasbaren Rettungsweste - aus einem Sicherheitsgurt, dessen Schulterstück wie ein Airbag aufgeblasen wird, wenn ein Aufprall festgestellt wurde. Die Sensorik zur Messung des Aufpralls ist aufgrund der Airbag-Technologie vorhanden. Die Sensorik für die Anpassung des Aufblasens an den Passagier entfällt, da der Aufblasvorgang vom Passagier weg und nicht wie beim Airbag zum Passagier hin erfolgt und daher keine Verletzungsgefahren des Brustkorbs und des Kopfes bestehen. Trotzdem werden der Oberkörper und der Kopf des Passagiers wie bei einem Sicherheitsgurt wirkungsvoll aufgefangen und abgefedert wie bei einem Airbag, weil nach dem Aufblasen der Schulterstücke, das Gas durch das Material aufgrund des Drucks entweichen kann. Da ein Air Belt kaum mehr Platz benötigt als ein herkömmlicher Sicherheitsgurt, kann er problemlos auch für die Fond-Passagiere eingebaut werden. Er ist preiswerter in der Herstellung als ein Airbag und sein Einbau ist einfacher und somit ebenfalls preiswerter.