Oberklassewagen

Hondas erster Versuch in die automobile Oberklasse vorzudringen, geht auf das Jahr 1981 zurück, als parallel zur zweiten Generation des Mittelklasse-Modells Accord der Vigor erschien. Da es sich beim Vigor jedoch lediglich um eine luxuriös ausgestattete Variante des Accord mit dem größeren Motor handelt, muß er eher zur gehobenen Mittelklasse gerechnet werden.

Sein Nachfolger von 1985 entspricht technisch, ausstattungsmäßig und preislich der gleichzeitig erschienen Accord Limousine und ist damit eindeutig der Mittelklasse zuzuordnen.

Hondas erster echter Oberklassewagen war deshalb die Legend Limousine aus dem Jahre 1985. Es handelt sich dabei um das erste Serien-Modell mit einem Sechs-Zylinder-Motor von Honda. Aber ausgerechnet der Motor erwies sich als ein wesentlicher Schwachpunkt: Er besaß nicht genügend Kraft. Das wurde vor allem auf dem nordamerikanischen Markt bemängelt, auf dem der Legend ab 1986 unter der Nobelmarke Acura auftrat. Der zweite Schwachpunkt war die Qualität. Der Wagen war in Zusammenarbeit mit Rover entwickelt worden und wurde in England gefertigt. Die Fertigungsqualität entsprach jedoch nicht den Vorstellungen von Honda, so daß kurz nach Erscheinen des Legend Coupés im Jahre 1987 die Fertigung nach Japan verlegt wurde.

Mit der dritten Generation des Vigor aus dem Jahre 1989 gab Honda die Parallelität zwischen Vigor und dem Mittelklasse-Modell Accord auf. Der ausschließlich in Japan lieferbare Vigor und sein Schwestermodell Accord Inspire basieren zwar auf der entsprechenden Accord-Plattform, sind aber technisch eigenständige Fahrzeuge und außerdem größer und teuerer, so daß sie zur Oberklasse des Automobil-Baus gezählt werden müssen.

Im Jahre 1990 erschien die Neuauflage des bis dahin größten Hondas, des Legend - dieses Mal ohne Mithilfe von Rover. Nach bewährtem Rezept ("von allem mehr") gab es mehr Hubraum, mehr Leistung, mehr Luxus. Wenige Monate nach der Limousine, aber bereits im Jahre 1991 präsentierte Honda das zugehörige Coupé. Beide Varianten wurden im Vergleich zu den jeweiligen Vorgängern noch eleganter und noch unauffälliger. In Nordamerika gelangten diese Fahrzeuge wieder unter der Nobelmarke Acura auf den Markt.

Bereits im Jahre 1992 wurde der Vigor überarbeitet. Vor allem wurde die Motorenpalette erweitert. Das neue Modell mit dem größeren Motor wurde zum ersten Mal auch außerhalb Japans, nämlich in Nordamerika unter der Marke Acura angeboten. In Japan gab es als Schwestermodell des Vigor den Inspire, der nun nicht mehr seine Abstammung vom Accord im Namen trug.

Der Vigor erhielt beim Modellwechsel im Jahre 1995 keinen Nachfolger gleichen Namens mehr. Dem Inspire der dritten Generation wurde statt dessen der Saber zur Seite gestellt. Das Fahrzeug wurde größer und luxeriöser. Und die Motorenpalette wurde um den Legend-V6-Motor erweitert. In Nordamerika verschwand der Vigor ebenfalls aus dem Programm. Hier wurde der Inspire unter dem Namen Acura TL vermarktet, wobei nur die beiden größeren Motoren lieferbar waren.

Hondas Luxus-Flagschiff, der Legend, erschien 1996 in dritter Generation. Das alte Rezept ("von allem mehr") wurde erneut angewendet: mehr Hubraum, mehr Leistung, mehr Luxus. Allerdings verschwand das Coupé aus dem Programm. Und in Nordamerika wechselte die Nobelmarke Acura für das Modell den Namen: Hier heißt der Legend fortan Acura RL.

Bei der vierten Generation des Inspire aus dem Jahre 1998, dem in Japan die zweite Generation des Saber als Schwestermodell zur Seite gestellt wurde, handelt es sich um den Acura TL der zweiten Generation, die vollständig in den USA entwickelt wurde, mit V6-Motoren von 2,5 ltr. bzw. 3,2 ltr. Hubraum.

Im Jahre 1998 löste Honda auch das Problem mit dem Minivan Odyssey. Eine völlige Neukonstruktion durch HAM (= Honda of AMerica) nach den Vorstellungen nordamerikanischer Käufer auf der Basis des Acura TL der zweiten Generation ließ den größten und stärksten bis dahin gebauten Honda entstehen. Er wurde unter dem Namen Lagreat auch in Japan vertrieben.

Die fünfte Generation des Inspire erschien im Jahre 2003 auf dem japanischen Markt. Dabei handelt es sich um die große, nordamerikanische Accord Limousine aus dem Jahre 2002 mit dem V6-Motor.

Für den nordamerikanischen Odyssey stand im Jahre 2004 ein Generationswechsel an. Der Erfolg des bisherigen Modells machte keine gravierenden Änderungen notwenig. So geriet die Überarbeitung lediglich zu einer Verfeinerung des Entwicklungskonzepts. Allerdings erwartete Honda, daß der neue Odyssey japanische Käufer nicht mehr ansprechen würde und ersetzte den bisherigen Lagreat durch den kleineren und weniger im klassischen Stile eines Minivans gezeichneten Elysion.

Der Wechsel zur vierten Generation der Legend Limousine erfolgt schrittweise. Den Anfang machte Japan im Jahre 2004. Im selben Jahr erfolgte der Wechsel in Nordamerika bei der Nobelmarke Acura für den dort Acura RL genannten Wagen. Europa folgte 2006.

Kurz vor dem Jahresende 2007 erschien in Japan die sechste Generation des Inspire. Wie beim Vorgänger handelt es sich um die große, nordamerikanische Accord Limousine mit dem V6-Motor, die im gleichen Jahr dort auf den Markt gebracht wurde.